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Ringvorlesung Technik- und Umweltethik

Von Sicherheit und Resilienz

Die urbane Gesellschaft muss sich neuen Herausforderungen stellen: Je größer und vernetzter Städte werden, desto verwundbarer werden sie. Aufgabe der Sicherheitsforschung ist es, darauf zu reagieren. Dass die Resilienz dabei eine immer wichtigere Rolle spielt, erfuhren die Studierenden von Prof. Dr. Klaus Thoma. /von Rita Berisha

Dass Sicherheitsforschung angesichts der heutigen Bedrohungen eine große Bedeutung hat, ist unstrittig, aber was hat Resilienz damit zu tun? Prof. Thoma erklärte diesen Begriff mit „Widerstandskraft“, dem Gegenteil von Vulnerabilität oder Verletzbarkeit. „Resilienz ist die Fähigkeit, tatsächliche oder potentielle, widrige Ereignisse abzuwehren, sich darauf vorzube-reiten, sie einzukalkulieren, sie zu verkraften, sich davon zu erholen und sich ihnen immer erfolgreicher anzupassen“, erklärte der erfahrene Sicherheitsforscher.

Vernetzte Städte – wachsende Vulnerabilität

Resilienz nimmt in der Sicherheitsforschung einen immer wichtigeren Platz ein, sagte Thoma. Die Notwendigkeit erklärte er am Beispiel der modernen Städte. Je komplexer und vernetzter die städtische Energieversorgung und Infrastruktur sei, desto angreifbarer und verwundbarer seien sie auch. Selbst bei ausgeklügelten Sicherheitssystemen wäre es nicht möglich, alle Katastrophen zu verhindern und da käme die Resilienz ins Spiel: Je widerstandsfähiger eine Stadt sei, desto schneller können sie sich von dem Unglück erholen.

Von Sicherheit und Resilienz - Prof. Klaus Thoma - Ringvorlesung from technikjournal.de on Vimeo.

Von Sicherheit und Resilienz - Prof. Klaus Thoma

Städte sollen für den Ernstfall gerüstet sein

Um die Resilienz von Städten zu stärken, hat die Rockefeller Foundation das Programm „100 resilient cities“ ins Leben gerufen. Ziel sei es, Städte zu fördern, die ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber oft unvorhersehbaren Herausforderungen steigern wollen. „Aus über 400 Bewerbern werden 32 ausgewählt. Sie müssen einen überzeugenden, detaillierten Plan aufstellen“, sagte Klaus Thoma. In diesem Plan müsse beispielsweise stehen, wie Bauwerke robuster gestaltet werden können, wenn sie Naturkatastrophen ausgesetzt sind.

Aus der Krise gestärkt hervorgehen

In der Sicherheitsforschung bedeutet Resilienz auch, dass aus der Krise gelernt wird. Klaus Thoma erklärte das am Beispiel eines Resilienzzyklus: Wenn eine Gefahr nicht mehr ab-wendbar sei, müsse man sich bestmöglich darauf vorbereiten und seine Lehren aus der Si-tuation ziehen, um zukünftig besser handeln zu können. Bei allen Konzepten spiele auch immer der Mensch eine wichtige Rolle: So habe sich nach der Überschwemmung von New Orleans gezeigt, dass seltsamerweise manch ärmeres Stadtviertel schneller die Krise über-wand, als andere. Dies führte Klaus Thoma auf den Zusammenhalt der dort lebenden Men-schen zurück.

Resilience Engineering – Zukunft der Sicherheitsforschung

Für Klaus Thoma liegt die Zukunft der Sicherheitsforschung im „Resilient Engineering“. Hierbei gehe es nicht nur um technologische Lösungen für den Ernstfall, sondern auch um Risiko- und Gefährdungsanalysen. In diesem Punkt bestätigte Klaus Thoma die Aussage von Prof. Dr. Jutta Weber, die im Rahmen ihres Vortrags am 21. Mai auf die neuen Konzepte in der Sicherheitsforschung hingewiesen hatte.

Rita Berisha // Portrait: Julian Wicharz // Video: Jonas Merlin Berger, Freya Wolff // Bilder: Laura Schmidl, Nicolas Kaufmann// Links: Jonas Berger

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Sicherheit als Lebensaufgabe

Prof. Dr. Klaus Thoma ist ein ausgewiesener Experte für Sicherheitsforschung. Für seinen Beitrag am Aufbau dieses Forschungszweiges in Deutschland wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Mit dunkelgrauem Anzug, ruhiger Stimme und weißem Bart strahlt er Weisheit und Souveränität aus. Es ist ihm wichtig, den Studierenden sein Forschungsthema nahezubringen – dafür nimmt er auch eine Anfahrt von 400 Kilometern in Kauf. Nach langjähriger Tätigkeit in der Industrie leitete der studierte und promovierte Physiker 20 Jahre lang das Fraunhofer Ernst-Mach-Institut in Freiburg. Für seine besonderen Verdienste um die Fraunhofer Gesellschaft wurde er mit der Fraunhofer Münze ausgezeichnet. Seit Januar befindet er sich im Ruhestand. //von Julian Wicharz

Zusatzinformationen

Kurze Zusammenfassung der Arbeitsgebiete von Klaus Thoma

Klaus Thoma war nicht nur im Fraunhofer Institut lange Zeit aktiv. Seine Arbeit weitete er unter anderem auch auf das NATO-Komitee oder auf das Bundesverteidigungsministerium auf. 2007 erhielt er zudem das Bundesverdienstkreuz.

Sicherheitslösungen: Aus der Forschung in die Praxis

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Das Konzept der Residenz

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Das Lexikon der Nachhaltigkeit gibt nicht nur eine Definition des Begriffs Resilienz - es gibt auch eine Erklärung, warum Resilienz im sozialen, ökologischen und ökonomischen Sinne wichtig ist für ein nachhaltiges Handeln.

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