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Ringvorlesung Technik- und Umweltethik

Das Internet: omnipräsent und global gesteuert

Immer wichtiger wird das World Wide Web für die Zivilgesellschaft und zugleich wächst die Macht globaler IT-Player. Wer sind die Protagonisten und welchen Einfluss nehmen sie auf die Gesellschaft? René Bantes, Abteilungsleiter Technologieanalysen und strategische Planung des Fraunhofer INT, hat Antworten.// Von Sotirios Tersudis

Das Informationszeitalter wird als der Zeitraum definiert, ab dem das Internet seinen Durchbruch als zivilgesellschaftliches Phänomen erlangt hat. Der Beginn dieses Zeitraums fällt mit der Eroberung des Telekommunikationsmarktes mit Smartphones zusammen: Seitdem ist das Internet ein omnipräsenter Begleiter eines immer weiter wachsenden Teils der Bevölkerung. Jeder Mensch kann das Wissen der Welt top-aktuell in der Tasche mit sich herumtragen und jederzeit darauf zugreifen.

"Das Informationszeitalter ist mehr, als es auf dem ersten Blick scheint."

Das Internet ermöglicht eine individuelle globale Vernetzung von Personen. Virtuelle Interaktionen werden als eine Alternative zu der face-to-face-Kommunikation genutzt. Eine Digitalisierung von Prozessen im öffentlichen Raum kann Auswirkungen auf gesellschaftliche Abläufe haben. "Unter der Oberfläche passiert eine Menge mit dem digitalen Service", so Bantes.

Kritische Infrastrukturen sind Institutionen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeindewesen. Bei einer Beeinträchtigung dieser Strukturen, können Störungen der öffentlichen Sicherheit eintreten. Bantes nannte als Beispiel den Brand eines Telekom-Gebäudes in Siegen im Jahr 2013, von dem über 500000 Internetleitungen zerstört wurden. Der Ausfall des Internets legte die öffentlichen Verwaltungssysteme der Stadt lahm.

Video-Interview mit Dr. René Bantes

Die Welt der Internetakteure

Die führenden Akteure des Internet sind Google, Apple, Facebook, Whatsapp und Microsoft. Die Protagonisten befinden sich insbesondere im Bereich der Forschungs- und Entwicklungsetats auf Augenhöhe mit mittleren Staaten. Mit seinen weltweit über 90 Prozent Marktanteilen ist Google eines der mächtigsten Internetimperien der Welt. Doch was sind die Ambitionen der Internetakteure? Google und Co. haben es sich zur Aufgabe gemacht eine Veränderung in der Welt hervorzurufen. Eine maximale Einbettung in die Gesellschaft soll als Vehikel genutzt werden, um nicht nur gewinnbringend, sondern auch gesellschaftlich gestaltend zu wirken.

Und wie geht es weiter?

Die Affinität zu der Abhängigkeit von digitalen Technologien nimmt zu. Private Akteure verfügen über genug Geld um zu relevanten Entscheidungsträger gesellschaftlicher Fragen zu werden. "Die Staaten sitzen nicht mehr am längeren Hebel", so Bantes. Die Frage ob das Internet ein Fluch oder Segen ist, lässt sich noch nicht beantworten. "Wir haben alle Hausaufgaben zu erledigen", meint Bantes. Die Begriffe Freiheit und Sicherheit müssen neu und übergeordnet gefast werden. Es ist die Pflicht unserer Gesellschaft die Risiken, die die Internetakteure mit sich ziehen, genauer zu analysieren und zu benennen.

Audio-Feedback von Studierenden

Nico Broich fragt Studierende nach dem Vortrag nach ihren Eindrücken

Fraunhofer INT gibt einen Überblick über die allgemeinen Forschungslandschaften technologischer Entwicklungen 

Eine Definition Kritische Infrastrukturen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 

Porträt: Boris Müller // Linkliste: Marvin Heep // Fotos: Christian Fuchs // Video: Nicole Brodzics und Martin Pucelik

Bildergalerie von Christian Fuchs

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Gesandter der digitalen Welt

Wer Fragen zum Informationszeitalter oder zur Digitalisierung hat, bekommt von Dr. René Bantes die passenden Antworten. Als Abteilungsleiter am Fraunhofer INT in Euskirchen ist René Bantes für den Bereich Technologieanalysen und strategische Planung verantwortlich. Sein Anliegen ist es, dass Studierende ein Bewusstsein dafür entwickeln, welch enorme Reichweite IT-Giganten wie Google, Facebook oder Huawei haben. René Bantes zeigt die Einflussbereiche der Global-IT-Player auf und warnt vor der Macht dieser Konzerne. Bevor er ein Experte für Informationstechnik wurde, studierte René Bantes Physik an der Uni Bonn. Anschließend arbeitete Bantes zwölf Jahre in führender Position bei einem Telekommunikationsdienstleister.// Von Boris Müller

Global IT-Player Google, Facebook & Co: Fluch oder Segen?

Links von Marvin Heep

GoogleWatchBlog (abgerufen am 22. 4. 2016)

Unabhängiger Blog, der sich ausschließlich mit Google- beziehungsweise Alphabet-Themen beschäftigt. Es werden neue Entwicklungen zur Suchmaschine, zum mobilen Betriebssystem Android aber auch kritische Berichterstattung geteilt.

Heise Online Themenseite "Google" (abgerufen am 22. 4. 2016)

Heise Online als Deutschlands renommiertestes Onlinemagazin für IT-Themen hat eine Themenseite zu Google eingerichtet. Hier werden gut recherchierte Nachrichten und Artikel über Google zusammengefasst. Diese beinhalten sowohl Neuigkeiten aus dem Konzern und über dessen Produkte als auch kritische Berichterstattung.

Englischsprachiger Untersuchungsbericht des US-Kongress-Untersuchungsausschusses zu den Spionagevorwürfen gegen die Netzwerkausrüster Huawei und ZTE (abgerufen am 24. 4. 2016)

Der Ausschuss kam zu dem Schluss, dass beide Firmen sich weigerten, sensible Informationen über sich selbst und ihre Verbindungen zur chinesischen Regierung preiszugeben. Gleichzeitig wird beiden vorgeworfen, gegen US-Amerikanisches Recht zu verstoßen und die Ermittlungen behindert zu haben.

"Soziale Netzwerke schädigen soziale Fähigkeiten" (abgerufen am 24. 4. 2016)

Kommunikationsexperte Robert Spengler beschreibt eine Gefahr, die von zunehmender Nutzung der "sozialen" Medien ausgehe. Durch die zunehmende virtuelle Vernetzung verlören die Menschen die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und persönlich miteinander umzugehen. Kommunikation werde immer unpersönlicher.

"Was ist eigentlich das Internet der Dinge?" (abgerufen am 24. 4. 2016)

"Im Internet der Dinge kommuniziert alles mit allem. Bloß ohne Menschen." Der im Rahmen der CeBIT 2015 geschriebene Artikel fasst die Möglichkeiten einer vollständig vernetzten Welt zusammen, zeigt aber auch Nachteile und Risiken einer vollständigen Überwachung und der Angreifbarkeit wichtiger Systeme auf.