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Porträt Professor Uwe Wiemken

Der Technikanalyst

Professor Uwe Wiemken ist ehemaliger Leiter des Fraunhofer INT. Seit 2009 unterrichtet er an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage nach unserem Leben mit der Technik von morgen. // Von Dylan Knörr

Analytisch, kritisch, technozentrisch – Uwe Wiemken ist ehemaliger Leiter des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) und seit 2009 Honorarprofessor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit technologischen Entwicklungen und Veränderungen umgeht, begleitet ihn sein gesamtes Leben. "Wir müssen lernen, uns vorausgreifender mit Technik, ihren Folgen und den ethischen Fragen auseinanderzusetzen", ist seine Kernbotschaft.

Uwe Wiemken wurde 1945 in Bremen geboren. Er hat viel zu erzählen, hört auch gern zu und tief hinein in die Gesellschaft. Schon während seines Physikstudiums interessierte ihn die Verantwortung der Wissenschaftler vielmehr als das, was am Ende auf dem Gehaltsscheck stand: "Vielleicht zum Leidwesen meiner Kinder, aber so war es eben", sagt er. Drei Kinder haben Uwe Wiemken und seine Frau Christa, mit der er in Euskirchen lebt.

"Jeder muss sich mit Technik und ihren Folgen auseinandersetzen"

Nach dem Physikstudium an den Universitäten Kiel und Hamburg untersuchte Wiemken im Rahmen seiner Dissertation die Existenz von Elementarteilchen, den sogenannten Quarks. Sein Ziel war es, die Ergebnisse einer australischen Forschergruppe nachzuvollziehen, denen das Experiment angeblich geglückt war. Wiemken wies Messfehler der Australier nach und brachte den federführenden Forscher um den Ruhm eines Nobelpreises. So funktioniert die Selbstkontrolle in der Wissenschaft.

Sein gesamtes Berufsleben arbeitete Wiemken für das INT, von 2001 bis 2012 als Institutsleiter. Seit 17 Jahren ist er zudem in der Lehre aktiv; heute lehrt er an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Er sieht das Glück auf seiner Seite: "Ich habe mich in meinem ganzen Leben nicht beworben", sagt er und schmunzelt. Was er sich noch wünsche? Dass nicht immer erst postfacto über technologische Entwicklungen geredet werde. "Wir machen Fehler, stolpern und müssen dann irgendwie den Schaden begrenzen", sagt er. Oft werde den Politikern zum Vorwurf gemacht, dass nicht rechtzeitig nachgedacht worden sei, aber letztlich müsse sich jeder mit Technik und ihren Folgen auseinandersetzen.

Artikel: Dylan Knörr // Bild: Beckmann, Daniel und Weitersagen, Ruben

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