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Flächendeckendes Wlan

Öffentliche Hotspots versorgen Bonn mit Internet

Seit Januar 2014 betreibt die Telekom etwa 150 Hotspots in Bonn, die ein flächendeckendes WLan gewährleisten sollen. Bei einer Downloadgeschwindigkeit von 50 Megabyte sind die ersten 30 Minuten Surfen kostenlos. Das Projekt wird 2015 weitergeführt. Wem seine Datensicherheit am Herzen liegt, der hat jedoch einiges zu beachten. // Von Daniel Jansen und Martin Grünter

19.1.2015 // Die Zahl frei zugänglicher WLan Hot Spots wächst rasant. Oftmals sind Mobilfunkverbindungen langsam und kostenlose Zugriffspunkte zum Internet stellen eine verlockende Alternative dar. Die immer größer werdende Beliebtheit öffentlich zugänglicher WLan-Netzwerke schlägt sich auch in Bonn nieder. Aus diesem Grund installierte die Telekom AG im Januar 2014 im gesamten Stadtgebiet mehr als 150 Hotspots und ergänzte damit die bis dato existierenden 37 WLan-Netzwerke. Mittlerweile beherbergt alleine die Bonner Innenstadt 50 Hotspots. "Man spricht immer von insgesamt rund 150 Hotspots, da auch temporär auf Kundenwunsch Hotspots von der Telekom eingerichtet werden", sagt Dirk Wende, Pressesprecher der Telekom in Bonn. Seit Projektbeginn ist das Datenvolumen um 40 Prozent angestiegen.

Hotspots mit VDSL 50

Die in Bonn installierten Hotspots verfügen über eine sehr schnelle Verbindung. Gerade im Innenstadtbereich wie zum Beispiel auf dem Münsterplatz oder dem Friedensplatz liegt eine VDSL 50-Leitung. Diese ist ungefähr 100 Mal schneller als herkömmliches DSL 1000. Musste man sich bei DSL 1000 noch mit 56 Kilobyte Downloadgeschwindigkeit pro Sekunde zufriedengeben, sind bei VDSL 50 bis zu 50.000 Kilobytes pro Sekunde möglich.

Die ersten 30 Minuten der Nutzung sind in Bonn kostenlos. Wer danach weitersurfen will, muss den Tagessatz von 4,95 Euro zahlen. Viele Verbraucher sehen darin ein Manko. In anderen europäischen Ländern wie Estland oder Spanien gibt es WLan an nahezu jeder Ecke, und das kostenlos und unbegrenzt.


Mit wenigen Schritten kann die Verbindung zum Netz hergestellt werden.// Foto: Daniel Jansen

Mobilfunkanbieter rüsten freies WLan auf

Auch außerhalb von Bonn setzt sich die Telekom für ein flächendeckendes WLan-Netz ein. Mittlerweile bietet sie deutschlandweit rund 50.000 kommerziell nutzbare Zugänge zum Internet an. 20.000 davon sind Indoor- und Outdoor-Hotspots. Die übrigen 30.000 sind WLan to go-fähige Standorte in Deutschland. In Kooperation mit der Deutschen Bahn ist das Surfen in der 1. Klasse von ICE-Zügen ab sofort kostenfrei. Wer nicht 1. Klasse reist, muss allerdings zahlen und in Regionalzügen gibt es bislang keine Möglichkeit WLan zu benutzen.
Neben der Telekom rüstet in der Region Köln/Bonn vor allem Netcologne mit freien Hotspots aus. Der Telekommunikationsdienstleister bietet an zahlreichen Plätzen in der Kölner Innenstadt freies Internet und hat auch auf dem Siegburger Marktplatz einen Hotspot eingerichtet.

Vorbilder für Bonn in Sachen kostenloses Internet

Vorbilder für Bonn existieren en masse. Insbesondere das badische Pforzheim gilt als Vorreiter bezüglich freiem Internet. Seit 2013 stehen dort jedem Nutzer 300 Megabyte Highspeed und flächendeckendes WLan in der Innenstadt zur Verfügung. Ist dies aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Auch Berlin startete 2014 in Kooperation mit Kabel Deutschland den Ausbau der Innenstadt mit freien Hotspots. Hier sind allerdings wie in Bonn nur die ersten 30 Minuten der Internetnutzung kostenlos.

Zunehmend bekommen auch außergewöhnliche Orte für Hotspots Bedeutung. Da wären die berühmten roten Telefonzellen in London, die zu Hotspots umfunktioniert wurden, oder Schweizer Taxiunternehmen, die seit November ihre Fahrzeuge mit mobilen Hotspots ausrüsten.

Informationssicherheit in öffentlichen Netzwerken

Öffentliche Netzwerke sind unsicher. Da die Übertragung zwischen Hotspot und Endgerät laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik meist unverschlüsselt ist, kann der Datenverkehr theoretisch mitgelesen werden. Daher muss der Nutzer selbst Sorge für seine Datensicherheit tragen.

Hartmut Pohl, Professor für Informationssicherheit an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, begrüßt die frei angebotenen Hotspots der Telekom in Bonn, aber weiß um deren Gefahren und hat daher hilfreiche Regeln zur sicheren Nutzung des öffentlicher WLan Angebots parat: "Ich empfehle dringend ausschließlich HTTPS- fähige Webseiten zu besuchen." Bei HTTPS handelt es sich um ein Kommunikationsprotokoll, das zur Verschlüsselung und Authentifizierung zwischen Webserver und Browser dient. Für den Austausch von Nachrichten rät Pohl: "E-Mails und Messenger-Apps sollten Ende-zu-Ende verschlüsselt werden." Allerdings müssen Sender und Empfänger hierfür eine entsprechende Verschlüsselungssoftware auf ihrem Gerät installieren.


Auch am Bertha-von-Suttner-Platz gibt es VDSL 50. Wer kein mobiles Endgerät dabei hat, kann auch an der Hotspot-Station surfen.// Foto: Daniel Jansen

Hotspots global

Die in New York ansässige Firma für Marketing Forschung "ABI Research" zählte vergangenes Jahr 4,2 Millionen Hotspots weltweit. Davon befinden sich knapp 70 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum und im Vergleich gerade mal neun Prozent in Europa. Im Westen sticht insbesondere das digitale Estland heraus. Hier gibt es kostenlos flächendeckendes WLan, oft sogar mitten im Wald oder am Strand.
Bis 2018 soll sich die Zahl auf 10,5 Millionen Hotspots weltweit erhöhen. Auch Bonn könnte sein Internetangebot bald weiter aufstocken. Die zunächst befristete Kooperation der Stadt Bonn mit der Telekom wird für 2015 verlängert und ein Ausbau soll bedarfsgerecht erfolgen. Und Bedarf ist vorhanden: Allein im Oktober sind 17 Terabyte Daten über die Bonner Hotspots gegangen. Würde man diese Menge an aufgerufenen Daten auf DIN-A4-Schreibmaschinenseiten ausdrucken, ergäbe dies etwa 4 Milliarden Schreibmaschinenseiten. Ein Stapel von 400 Kilometer Höhe.

Daniel Jansen, Martin Grünter

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WLan-Hotspots sicher nutzen

Tipps von Hartmut Pohl, Professor für Informationssicherheit an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, zur sicheren Nutzung öffentlicher Hotspots auf einen Blick:

1. Arbeiten Sie nicht mit Administratorrechten.
2. Schalten Sie die Firewall ein. Schließen Sie alle hierfür nicht benötigten Ports durch die Einstellung "öffentliches Netzwerk".
3. Nutzen Sie ausschließlich HTTPS-fähige Webseiten und achten Sie auf die Gültigkeit der benutzten Zertifikate.
4. Verschlüsseln Sie E-Mails und Messenger-Apps nur Ende-zu-Ende.
5. Verwenden Sie ihre Softwareprodukte ausschließlich in der aktuellen Version. Insbesondere das Betriebssystem und den Virenscanner. Fahren Sie alle aktuellen Updates ein!

Wlan Hotspots in Bonn


Mit wenigen Schritten kann die Verbindung zum Netz hergestellt werden.// Foto: Daniel Jansen