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Animation in Filmen

Immer mehr Filmwelten am Computer erstellt

Optimus Prime, der Terminator und Gollum sind für Viele Kultfiguren aus ihren Lieblingsfilmen. Der Eine rettet die Welt, während der Andere sie zerstört. So unterschiedlich diese Charaktere auch sein mögen, sie haben etwas gemeinsam: Sie sind am Computer entstanden. Doch nicht nur sie, sondern auch Teile ihrer Umgebung sind Erzeugnisse visueller Effekte, auch Computer Generated Imagery (CGI), genannt. // Von Axel Hieronymus und Robert Lambrecht

24.11.2016//Computer Generated Imagery ist eine Sammelbezeichnung für digitale Effekte, durch die Szenen und ganze Filme von Grund auf gestaltet werden können. Diese Effekte werden mit den Filmaufnahmen kombiniert, und ergeben ein neues Gesamtbild. Mit Hilfe eines "Green Screens" beispielsweise können im Studio aufgenommene Szenen nachträglich in eine völlig andere Kulisse eingefügt werden. Auch das "Motion Capturing" ist einer dieser Effekte. Ein Schauspieler trägt einen Anzug mit Markern an den Gelenken. Diese werden vom Computer erkannt, und zu einem 3D-Modell weiterverarbeitet. Durch diese Technik ist es möglich, animierte Figuren realistisch bewegen zu lassen. "Performance Capturing" geht noch weiter und macht es sogar möglich, Gesichtsregungen zu erfassen. Setzt man die erfassten Daten nun auf ein 3D-Modell, so werden Gesichtszüge und Emotionen erkennbar.

Doch wo liegen die Anfänge und woraus hat sich CGI eigentlich entwickelt? Im folgenden Videointerview werden erste Meilensteine der Geschichte der Animationen gezeigt. Dazu verrät Timo Kosiol, Geschäftsführer der Film- und Videoproduktionsfirma Filmworkk Köln, seine Meinung und stellt Vergleiche zu heutigen Werken her.

CGI in Filmen - Experteninterview mit Timo Kosiol

"Wir sehen in Filmen viel mehr CGI als wir denken"

Patrick Hausmann


Patrick Hausmann, Dozent an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg für Cinema 4D, hat durch seine jahrelange Berufserfahrung mit Animationssoftware ein geschulteres Auge als der normale Kinobesucher. Im Folgenden beantwortet er drei Fragen über CGI auf der Kinoleinwand.


Was haben CGI-Animationen für Vorteile, oder wo liegen die Nachteile gegenüber realen Objekten und Personen?

Größter Vorteil von CGI-Elementen ist die vollständige Kontrolle über sämtliche Eigenschaften. Aussehen, Bewegung und Beleuchtung von Objekten oder Szenen, sogar die Kamera-Eigenschaften, können vollkommen frei gewählt werden. Insbesondere in der Post-Produktion ist das ein großes Plus, da notfalls einfach bestimmte Dinge neu berechnet werden können.
Das ist gleichzeitig aber auch der Nachteil von CGI: Alles muss von Grund auf erzeugt und eingestellt werden. Damit eine glaubhafte Animation entsteht, sind teils sehr umfangreiche Vorarbeiten nötig. Gerade die Animation von Figuren und Gesichtern ist hier nach wie vor ein höchst komplexes Unterfangen. Es ist also häufig eine kleine Gratwanderung, sich zwischen CGI oder realer Aufnahme zu entscheiden.

Kann ein normaler Kinobesucher Animationen heute noch von der Realität unterscheiden?

Das hängt natürlich von deren Qualität ab. Es lässt sich aber generell sagen, dass wir in Filmen oder Serien viel mehr CGI sehen, als wir denken. Neben der grunsätzlichen Qualität der Animation kommt es aber auch auf die Bildführung an: Kann der Regisseur den Blick des Besuchers geschickt von der Animation weglenken, merkt dieser unter Umständen gar nicht, dass der Hintergrund aus dem Computer kommt.
Und schließlich ist das Motiv natürlich am wichtigsten: Dass es zum Beispiel die Raumschiffe aus Star Wars in der Realität nicht gibt, dürfte klar sein. Werden aber dann bei Game of Thrones ein paar Reiter im Hintergrund künstlich hinzugefügt, ist deren Entlarvung als CGI schon schwieriger.

Inwiefern sind Filme heutzutage auf CGI angewiesen?

Das hängt natürlich ganz von den Filmen selbst ab. Ein Heimatfilm in freier Natur braucht sicher weniger CGI als ein neuer Teil von Star Wars. Wichtig ist auch die vorhandene Ausstattung eines Film-Studios. Wenn große, traditionelle Werkstätten beispielweise für Effekte und Bühnenbau vorhanden sind, ist man grundsätzlich weniger stark auf CGI angewiesen. Letztendlich ist CGI nur eines von vielen Werkzeugen im Film. Ob es benötigt wird, entscheidet der Filmemacher selbst.

Axel Hieronymus und Robert Lambrecht, Technikjournalismus/PR, 3. Semester

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Die Autoren

 

Robert Lambrecht & Axel Hieronymus