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Augmented Reality

Zukunft der Arbeitswelt

Durch die Entwicklung von Augmented-Reality-Brillen könnte sich die zukünftige Arbeitswelt verändern. Alle Aufgaben, wichtige Hinweise und Termine können in der "erweiterten Realität" auf der Brille dargestellt werden und so den Alltag in verschiedenen Arbeitsfeldern erleichtern. Doch wie realitisch ist diese Zukunftsversion? //Von Melanie Morgenstern und Daniel Schmitz

08.03.2017//Auf der Arbeitsstelle ist viel los und schnell werden Termine vergessen, E-Mails gehen unter. Wenn in Zukunft Augmented-Reality-Brillen in verschiedenen Arbeitsfeldern eingesetzt werden, könnte sich dieses Problem lösen. Durch Augmented Reality (AR) wird im Brillenglas anzeigt, was als Nächstes zu tun ist. Allerdings kann Augmented Reality auch außerhalb der Bürotätigkeiten eingesetzt werden.

Augmented Reality-Brillen

Durch Augmented-Reality-Brillen, wie beispielsweise die Google Glass oder die Microsoft Hololens, können Zusatzinformationen im normalen Arbeitsalltag genutzt werden. Die reale und die virtuelle Welt verschmelzen durch solche Brillen. Papier und Zettel werden überflüssig, da alle relevanten Informationen direkt vor dem Auge des Mitarbeiters erscheinen. Auch E-Mails und andere Informationen können auf einer solchen Brille angezeigt und abgearbeitet werden. "Die Technik machte in den letzten Jahren große Fortschritte, da jetzt auch große Firmen dahinter stehen", sagt Ernst Kruijff, Professor für Computergraphik und interaktive Umgebung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Zurzeit sind die meisten Brillen noch in der Forschung oder Entwicklung. "Es ist technologisch jetzt schon kein großes Problem mehr diese Brillen in Zukunft auch alle auf den Markt zu bringen. Heutzutage sind die Brillen wegen der ganzen Technologie zwar noch etwas klobig, aber in Zukunft werden es die Entwickler hinbekommen, dass sie aussehen, wie ganz normale Brillen", sagt Ernst Kruijff.

Augmented Reality Hype startete in der Spielentwicklungsbranche

Handyspiele können AR nutzen, wie beispielweise das bekannte Spiel Pokémon-Go. In dem Spiel können Nutzer kleine Taschenmonster mit dem Smartphone in der realen Welt suchen und fangen. Durch dieses Spiel ist ein Hype um AR in Spielen ausgelöst worden und verschiedene Spieleentwickler programmieren weitere Handyspiele, die Augmented Reality nutzen.

Erste Einsätze in der Logistik

Die ersten Unternehmen testen bereits die AR-Brillen in ihrem alltäglichen Betrieb. Allerdings keine in Deutschland. "Viele Logistikfirmen wollen künftig AR einsetzen. Dadurch kann man den Leuten zeigen, was sie gerade zu tun haben", sagt Ernst Kruijff.


Augmented Reality in der Logistik// von Melanie Melanie Morgenstern und Daniel Schmitz

Erweiterte Realität in der Automobilbranche

Im Automobilsektor spielt AR bei der Entwicklung von neuen Modellen schon länger eine große Rolle, weil verschiedene Formen, Designs und andere veränderbare Punkte einfach dargestellt werden können, ohne das jedes Mal ein neues Model angefertigt werden muss. Crashtests unter realen Bedingungen können programmiert und durch Augmented Reality den Entwicklern vorgeführt werden. Diese können dadurch Probleme frühzeitig erkennen und beheben. Auch bei Mechanikern können die einzelnen Baugruppen der Autos, sowie die elektrischen Leitungen durch AR-Brillen angezeigt werden, während diese das reale Fahrzeug betrachten.

Andere mögliche Anwendungsgebiete

In vielen Gebieten wird noch geforscht oder Software entwickelt. Im Bausektor könnte die Technik zur Darstellung von Bebauungsplänen eingesetzt werden oder kurzfristige Änderungen visualisieren. Mit Hilfe von Augmented Reality könnten die Leitungen angezeigt werden, die im Rohbau verlegt werden müssen. "Da wird noch Vieles kommen in den nächsten paar Jahren, weil immer mehr Anwendungsszenarien aufkommen", erklärt Ernst Kruijff. Der Apple-Chef Tim Cook findet AR-Brillen ebenso wichtig wie das Smartphone. Dies verriet er der englischen Zeitschrift Independent.

Schattenseiten von Augmented Reality

Gesichtserkennung kann in Anwendungen für erweiterte Realität eingebunden und genutzt werden. Dies kann in verschieden Situationen für Probleme sorgen, da die Privatsphäre verletzt werden kann. Auch wenn Augmented Reality-Brillen in der Arbeitswelt genutzt würden, könnte das zum Problem werden. Wenn eine Brille gehackt wird, zeichnet sie alles auf, auch was der Träger sieht und tut. "Es kann auch sein, dass die Entwicklung von Augmented Reality in zwei Jahren eingestellt wird, wenn man nicht den entscheidenden Schritt nach vorne in der Entwicklung schafft", sagt Ernst Kruijff. 

Ein weiteres Problem von Augmented Reality ist, dass der Nutzer sich nur noch auf die erweiterte Realität konzentriert und die Wirklichkeit vergisst. Sabine Herkenrath ist Psychologin und erklärt im Interview die Auswirkungen der Belastung.

Interview mit Sabine Herkenrath:

Welche Wirkung kann eine dauerhafte Konfrontation mit der virtuellen Welt haben?

"Dauerhafte Konfrontation mit der virtuellen Welt wird unter anderem als Kommunikations-, Beziehungs- oder Bindungsstörung verstanden, bei der sich Menschen aufgrund von innerfamiliären Kommunikationsproblemen und ungelöster Konflikte, hinter den Bildschirm zurückziehen. Das Virtuelle wird dann zur empfundenen eigenen Realität, ohne diese zu überprüfen. Das führt zu immer mehr Problemen, den Alltag zu bewältigen, da dieser als nicht wichtig oder zu anstrengend empfunden wird. Flucht und Suchtverhalten sind die Folge. Es ist eher ein Verstecken vor eigenen Unsicherheiten, der Sucht nach Anerkennung und Verständnis."

Wie verändert dies die Persönlichkeit?

"Häufige Symptome sind depressive Symptome, soziale Ängste, Schlafstörungen, Isolation, andere Süchte, Selbstwertproblematik und Antriebsstörungen. Pathologischer Internetgebrauch ist eine stoffgebundene Sucht, durch die kein Alltag mehr möglich ist, da jegliches Zeitgefühl verloren geht."

Gibt es heute schon bekannte Fälle?

"Die psychische Sucht trifft besonders Jugendliche und junge Erwachsene. Von den 14- bis 24-Jährigen gelten etwa 250.000 als abhängig und 1,4 Millionen als gefährdet. Für circa 560.000 Menschen in Deutschland spielt sich das Leben fast nur noch in der virtuellen Welt ab."

Wie werden diese Betroffenen therapiert?

"Wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen gilt jedoch auch bei der Internetsucht, dass die Betroffenen die Gründe für ihre Abhängigkeit erkennen müssen, um dann entsprechende Gegenmaßnahmen erlernen zu können. Der Therapieansatz ist die Verhaltenstherapie mit dem Fokus auf Stärkung der Sozialkompetenz und Achtsamkeit im Umgang mit eigenem Verhalten. Es gilt herauszufinden, was einem in der Realität fehlt und was einem gut tut. Es muss mehr Zeit für die reale Welt sowie den Austausch in Selbsthilfegruppen eingeplant werden. Zudem muss ein Zeitrahmen für Internetnutzung festgelegt werden."

von Melanie Morgenstern und Daniel Schmitz

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Die Autoren

Daniel Schmitz  Melanie Morgenstern

Daniel Schmitz und Melanie Morgenstern