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Energie sparen

Wasserzähler für Warmduscher

Ein Forschungsteam von der Universität Bamberg, Bonn und der ETH Zürich hat einen Weg gefunden, wie Nutzer ihren Energie- und Wasserverbrauch ändern können.//Von Sanida Hodzic und Elif-Nilüfer Sen

21.06.2017//Die Deutschen verbrauchen circa 125 Liter Wasser pro Kopf am Tag. Durchschnittlich vierzig Liter Wasser fallen dabei beim Duschen an. Das "Amphiro b1 connect" soll dem entgegenwirken. Es kann mit dem Smartphone verbunden werden und ermöglicht mit einer maximalen Abweichung von zehn Prozent, die Echtzeitdaten des Wasser- und Energieverbrauchs eines Nutzers auszuwerten. Mit dem Handy per Bluetooth verbunden, können die Daten über eine App aufgerufen werden.

Durch das fließende Wasser wird ein Rad, ähnlich wie bei einer Wassermühle, in Bewegung gesetzt. Somit wird ein Generator angetrieben, der die Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandelt. Das 22 Zentimeter große Gerät funktioniert daher ohne Batterien. Fließt Wasser durch den Duschschlauch, erscheint auf dem Display des Amphiros ein Eisbär auf einer Eisscholle. Zudem wird die Temperatur und die Energieeffizienz angezeigt. Bei hohem Verbrauch schmilzt die Eisscholle und der Eisbär fällt ins Wasser.

Video über das Amphiro b1 connect von Sanida Hodzic und Elif-Nilüfer Sen

Mit der Amphiro App zum Erfolg

Durch das Amphiro werden pro Person 215 Kilowattstunden Energie pro Jahr gespart. Laut der Studien, die durch die Amphiro AG durchgeführt worden sind, haben die Teilnehmer zwanzig Prozent des vorherigen Verbrauches eingespart. "Man kann es sich so vorstellen wie Autofahren ohne Tacho: Wenn Sie nicht sehen, wie schnell Sie fahren, dann fahren Sie drauf los", erklärt Ximeng Fang, Mitwirkender in den Amphiro Studien.

In der App zeigen zwei Grafiken den Energie- und Wasserverbrauch von den jeweiligen Duschgängen an. Die Daten werden auf der App gespeichert und anonymisiert an Amphiro weitergeleitet. Diese werden ausgewertet und zu Forschungszwecken verwendet. Die Funktion "Pear Challenge" ermöglicht dem Nutzer, sich mit anderen auszutauschen und in einem Wettbewerb zu messen. Dadurch können weitere Einsparungen erzielt werden.

Problem Warmwasser

Laut Wladislaw Roginsky, Ansprechpartner für Energie bei Greenpeace Bonn, sei in Deutschland nicht der Verbrauch von Wasser das Problem - die Deutschen seien sogar auf den vorderen Plätzen. Sorgen solle man sich eher um das Grundwasser machen. Wird zu wenig Wasser verbraucht, kann das Grundwasser verschmutzt werden, da die Kläranlagen für größere Wassermengen ausgebaut sind. "Je weniger wir verbrauchen, desto weniger wird gespült", so Roginsky. Die Wasserleitungen müssten jedoch gespült werden, um einen ständigen Wasserkreislauf zu ermöglichen. Wenn das Wasser stagniere, komme es zu Korrosionen in den Rohren, wodurch das Wasser verschmutzt werden könne. Wichtig sei das Sparen von Warmwasser, da das Erwärmen des Wassers viel Energie benötige.

Gibt es andere Einsparungsmöglichkeiten?

Alternativ kann man mit einem Sparduschkopf - im Vergleich zu einer herkömmlichen Handbrause - fast die Hälfte an Wasser und ein Viertel an Energie einsparen. Zudem sollte Duschen dem Baden vorgezogen werden. Um zusätzlich Energie im Haushalt zu sparen, kann ein Energiekostenmessgerät genutzt werden. Das batteriebetriebene Messgerät wird zwischen Stromnetzt und Haushaltsgerät angeschlossen und misst in Echtzeit den Energieverbrauch.

Das Amphiro ist nur für die Nutzung im Haushalt ausgelegt. Durch die Echtzeitdatenerfassung wird vielen Verbrauchern bewusst, wieviel sie eigentlich verbrauchen. Allerdings hängt es vom Verbrauch des Nutzers ab, ob sich das Gerät für achtzig Euro lohnt.

Bildergalerie Amphiro App // Von Elif-Nilüfer Sen

Von Sanida Hodzic und Elif-Nilüfer Sen, Technikjournalismus/PR 4. Semester

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