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Neue App für Autofahrer

Das Parken der Zukunft

Jeder kennt es und jeden nervt es: das ewige Parkplatzsuchen in der Innenstadt. Doch genau das soll bald der Vergangenheit angehören. Siemens und die Firma Streetline testen derzeit in Braunschweig ein neues System. Dieses macht es möglich, auf seinem Smartphone zu sehen, wo sich ein freier Parkplatz befindet. // Von Marc Hartenstein

13.5.2013 // In Braunschweig wird derzeit ein System getestet, das es den Autofahrern ermöglicht zu sehen, wo sich freie Parkplätze befinden.

Technisches Verfahren

Dazu wird auf jedem Parkplatz ein Sensor mit einer Metallspule im Kern in den Boden eingelassen. Parkt ein Auto über diesem Sensor, verändert die Spule ihr Magnetfeld. Nun sendet der Sensor per Wifi ein Signal an einen Transmitter, der an einer Straßenlaterne befestigt ist. Von dort geht das Signal in Echtzeit an die für dieses System entwickelte App. Der Autofahrer bekommt mit Hilfe der App den freien Parkplatz angezeigt und kann sich von dem in der App integrierten Navigationssystem sofort zu dem freien Parkplatz leiten lassen. So ließe sich das ewige Parkplatz suchen vermeiden.

Probleme des Systems

Professor Karsten Lemmer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt kennt die Schwäche dieses Systems: "Parkt ein Auto genau zwischen zwei Sensoren, zeigen beide weiterhin an, dass die Parkplätze frei wären. In Wahrheit kann man aber auf beiden nicht mehr parken. Man ist also auf die Autofahrer angewiesen." Ein weiterer Faktor sind die Kosten des sich in der Testphase befindenden Parksystems. Pro Parkplatz kostet die Installation des Sensors rund 400 Euro. Bisher sind 76 Parkplätze mit der notwendigen Technik ausgestattet.

Wer trägt die Kosten?

Bei einer großflächigeren Realisierung sollen die Kosten nicht die Autofahrer tragen, sondern die Kommunen. Denn diese profitieren laut Lemmer von diesem System. Mit Hilfe dieser Technik ließen sich Politessen gezielter einsetzen. Auch sie würden per App erkennen, wo Parkplätze belegt sind und wo nicht. In den USA wird das System schon länger eingesetzt und die Zahldisziplin der Autofahrer hat sich stark verbessert.

Der Umweltaspekt

Außerdem schont es die Umwelt, da die Parkplatzsuche deutlich verkürzt würde, so Lemmer weiter. Die Autofahrer würden nicht mehr fünf mal im Kreis fahren, sondern sich den Weg sparen, wenn kein Parkplatz frei wäre. Noch besser wäre es, wenn die Fahrer schon früher wüssten, ob sich die Parkplatzsuche lohnt.

In dieser Hinsicht gehen die Visionen der Entwickler noch weiter: Der nächste Schritt soll sein, dass jeder Autofahrer gegen eine Gebühr einen Parkplatz reservieren kann. Missachtet ein anderer Fahrer die Reservierung, muss er eine Strafgebühr bezahlen. Auch so ließen sich die Kosten ein Stück weit finanzieren. Ob diese Vision zu realisieren ist, hängt stark von der Testphase des Systems ab, die noch bis in den späten Frühling hinein dauern soll.

Alternatives Einsatzgebiet

Eine Alternative sieht Lemmer darin, die Parkplätze mit einer Ladestation für Elektroautos mit diesem System auszustatten. So wären die Kosten für die Installation deutlich geringer und man würde die Elektromobilität fördern. In Braunschweig will man die Testphase abwarten und dann entscheiden, ob und wie das System verwendet wird. Entscheiden muss das am Ende, wie so oft, die Politik.

 

Weitere Informationen gibt es hier:

http://www.kommune21.de/meldung_15107

http://www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/test-in-braunschweig-parkplatzsuche-per-handy-id858310.html

Marc Hartenstein

Marc Hartenstein

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ADAC zur Parkplatzapp

Marion Hartung vom ADAC äußert sich zu der Parkplatzapp wie folgt:

- Der Hauptkritikpunkt sei, dass der Kosten/Nutzen - Faktor nicht gut sei. Das heißt, dass die Kosten zu hoch wären, in Anbetracht des Nutzens für den Autofahrer.

- Folgekosten wären nicht unerheblich. Vor allem die Wartung der Sensoren und der App koste eine Menge Geld.

- Die Firma wolle sicherlich Geld mit dem System verdienen. Hier bestünde die Gefahr, dass das Geschäft im Vordergrund stünde.

- Der Mehrwert für den Autofahrer sei fraglich, da das System sicherlich nicht flächendeckend installiert werden würde.

- Die Technik sei nicht ausreichend ausgereift (Bsp.: Auto parkt schief zwischen zwei Sensoren).

- Sollten Kosten für Autofahrer steigen, wäre das für den ADAC nicht tragbar.

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