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Repair Café Bad Godesberg

Mit Kuchengabel und Schraubenzieher

Reparieren statt Wegwerfen: Das Repair Café Bad Godesberg im Nachbarschaftstreff Pennenfeld bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Jeden dritten Freitag im Monat sind die Teilnehmer mit ihren defekten Geräten willkommen. Doch vor allem bei moderner Technik stoßen die Ehrenamtlichen auch schon mal an ihre Grenzen. // Von Sabine Schmidt und Juliane Schneider

06.08.2015// Das kaputte Smartphone für lau reparieren lassen, das funktioniert im Repair Café Bad Godesberg im Nachbarschaftstreff Pennenfeld wohl eher nicht. Wer jedoch mit einer defekten Nähmaschine oder einem dreibeinigen Stuhl kommt, der ist bei den ehrenamtlichen Helfern des Repair Cafés genau richtig. Dem Trend, immer auf dem neusten technischen Stand zu sein, setzt das Repair Café etwas entgegen. "Man muss nicht direkt alles wegwerfen und man sollte auch nicht so konstruieren, dass alles sofort weggeworfen werden muss", erklärt Quartiersleiter Frank Wilbertz, der für das Repair Café im Nachbarschaftstreff verantwortlich ist.

 


Ein Loch im Reifen bringt die beiden ehrenamtlichen Helfer nicht so schnell aus der Ruhe. // Foto: Sabine Schmidt  

 

13.000 Reparaturen pro Monat

Die Idee der Umweltjournalistin Martine Postma ist 2009 in den Niederlanden entstanden und schließlich nach Deutschland übergeschwappt. Gemeinsam Reparieren statt Wegwerfen - das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel. Das Konzept kommt an: Mittlerweile gibt es 750 solcher Selbsthilfewerkstätten in 18 Ländern, deren ehrenamtliche Mitarbeiter monatlich etwa 13.000 Produkte reparieren.
Vor allem ältere Menschen nehmen das Angebot gerne an. Laut Quartiersleiter Frank Wilbertz finden ganz selten einmal jüngere Teilnehmer ihren Weg ins Repair Café im Nachbarschaftstreff. "Den Älteren ist noch irgendwie bewusster, dass man Dinge aufschrauben und reparieren kann", erklärt er. Vielen Jüngeren fehle vielleicht das technische Know-how. Im Repair Café soll jedoch das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die Reparatur kostet den Hilfesuchenden nichts. Das Café finanziert sich zum größten Teil über Werkzeug- und Geldspenden. "Einen kleinen Teil des Werkzeugs bringen die Ehrenamtlichen selbst mit, alles andere haben wir im Keller", sagt Wilbertz. Jeder kann das geben, was ihm die Reparatur, der Kaffee und der Kuchen, sowie die nette Unterhaltung wert sind.

 


Bei der gemeinsamen Reparatur entstehen interessante Gesprächsthemen. // Foto: Sabine Schmidt

 

"Wir sind fast überrannt worden"

Eröffnet wurde die Selbsthilfewerkstatt in Bad Godesberg im Mai 2014. Der stetige Zulauf an Teilnehmern überraschte Wilbertz und die anderen Verantwortlichen. "Beim zweiten Termin im Juni sind wir fast überrannt worden, da standen die Leute bis zur Straße", erzählt er. Mittlerweile muss jeder Teilnehmer des Repair Cafes zu Beginn ein Formular ausfüllen. Hierdurch wird nicht nur die Reihenfolge der zu reparierenden Geräte geregelt. Das Formular bietet dem Veranstalter auch eine gewisse Absicherung. "Es kann eben bei der Reparatur von vor allem alten Geräten auch immer mal etwas schiefgehen", gibt Quartiersleiter Frank Wilbertz zu.

 

Repaircafé im Nachbarschaftstreff Pennenfeld - Bad Godesberg am 19.06.2015 von Sabine Schmidt und Juliane Schneider

 

 

// Sabine Schmidt und Juliane Schneider, 6. Semester, Technikjournalismus/PR

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