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Serie: Wie funktioniert... ein Induktionsherd?

Wenn der Herd für Wirbel sorgt

Besitzer von Induktionsherden wissen: Das Essen ist in wenigen Minuten fertig und die Platte wird höchstens lauwarm. Induktionsbeheizte Kochfelder benötigen rund ein Drittel weniger Zeit als herkömmliche Gas oder Elektrofelder. Aber wie funktioniert das? // Von Thomas Kolkmann

1.12.2011 // Ein Induktionsherd erhitzt das Kochgeschirr nicht wie strahlungsbeheizte Herde durch direkte Hitze von unten, sondern durch ein elektromagnetisches Wechselfeld. Dieses wird durch eine stromdurchflossene Kupferspule unter der Kochplatte erzeugt. Diese Kräfte erwärmen das ganze Geschirr. Der Vorteil hierbei: Es wird nicht nur der Boden heiß, sondern auch die Topfwände. Dadurch lässt sich das Essen schneller und kontrollierter erwärmen.

Da das Kochfeld ohne magnetischen Gegenpol nicht funktioniert, lassen sich nur Töpfe aus magnetischen Materialien auf Induktionskochfeldern verwenden. Glas- und Keramikgeschirre eignen sich nicht. Der angenehme Nebeneffekt für vergessliche Köche: Angelassene Herdplatte stellen kein Risiko mehr dar. Sobald der Topf von der Platte genommen wird, schaltet das Feld automatisch ab.

Sind die Magnetfelder gesundheitsschädlich?

Die Kochstelle kann nach Abnehmen des Topfes bedenkenlos berührt und abgewischt werden, da die Platte nur einen Teil der abgegebenen Wärme des Topfes speichert. So lässt sich der Herd reinigen, bevor sich Lebensmittel einbrennen können.

Das Magnetfeld der Spule wird nie vollständig vom Topf aufgefangen, so bilden sich magnetische Streufelder. Diese stehen im Verruf, gesundheitsschädlich zu sein. Das Magazin test kommt zu dem Ergebnis, dass die Werte aller getesteten Geräte weit unter den EU-Grenzwerten liegen. Für Träger von Herzschrittmachern gilt allerdings besondere Vorsicht: "Wir empfehlen, sich im Zweifelsfall an den Hersteller des Schrittmachers oder den Arzt zu wenden", rät Mielesprecher Michael Prempert.

Ferromagnetisches Metall eignet sich für das Kochen mit Induktion

Kochgeschirr, das für Induktionsherde geeinget ist, trägt in der Regel das Induktionssymbol (Drahtwendel einer Spule) auf der Unterseite. Ist das nicht der Fall, muss das nicht bedeuten, dass es ungeeignet ist. Mit einem kleinen Trick kann man selbst überprüfen, ob ein Kochgeschirr induktionstauglich ist: indem ein handelsüblicher Magnet an den Boden gehalten wird. Bleibt dieser hängen, handelt es sich um ferromagnetisches Metall. Dies eignet sich am besten für das Kochen mit Induktion.

Gegenüber der Zeitersparnis fällt die Energieersparnis geringer aus: "Wer wenig kocht, spart mit Induktion gerade mal etwa fünf Euro im Jahr", sagt Brigitte Kluth-Kosnik von der Stiftung Warentest. Der Aufpreis eines Induktionsherdes rechne sich am ehesten für Vielkocher.

Mielesprecher Prempert ist da zversichtlicher: "Der Induktionstechnologie gehört sicherlich die Zukunft, weil sie schnell, sicher und komfortabel ist." Gas- und Elektroherde hätten aber auch weiterhin ihre Vorteile, und auch in an diesen Geräten würde eifrig weitergeforscht, um sie effizienter und komfortabler zu machen.

Thomas Kolkmann // Redaktion Malte Möller

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