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Praxissemester in ... Hyderabad/Indien

Alles nach indischer Zeit

Lizzy Geble studiert Technikjournalismus im fünften Semester und ist ebenfalls im Ausland unterwegs, für ihr Praxissemester. Momentan ist sie in Indien und macht ein Praktikum beim UNESCO Chair on Community Media, an der University of Hyderabad. Nach drei Monaten zieht sie jedoch weiter nach Sri Lanka.

Indien ist ein ganz anderes Pflaster. Es ist laut, bunt und chaotisch. Eine Welt, die einerseits noch ziemlich alt ist, aber auch neu und vor allem nah. Indien geht einem nahe, in jedem Punkt.
Mit alt meine ich deren Entwicklungen. Es gibt kaum Gesetze und Regeln, vor allem auf der Straße nicht. Survival of the fittest. Das ist Gesetz Nummer eins auf der Straße. Wer die dicksten Nerven hat, gewinnt. Und vor allem hupen hier alle. Ununterbrochen und die ganze Zeit.

Das war das erste, was mich zum Wahnsinn getrieben hat und ich habe ein Essay darüber geschrieben, hier kann man sich es anhören:

Essay "Honk"

Lizzy Geble, November 2012

Die Arbeitsweise in Indien ist, wie soll ich sagen, auf jeden Fall anders. Das Gegenteil von dem Leben auf der Straße. Bevor etwas beschlossen oder überhaupt diskutiert wird, wird erstmal ein Chai serviert. Der indische Tee ist hier Hauptnahrungsmittel, zuckersüß, aber verdammt lecker. Dazu noch einen süßen Keks; man merkt, dass die Engländer hier lange Zeit mitgemischt haben, denn nicht nur die Teatime wurde übernommen, sondern auch Cricket ist hier ganz groß im Rennen.

Man wartet also weiterhin. Wenn man jemanden erreichen möchte, habe ich schnell gelernt, ruft man am besten an. Denn persönlich jemanden anzutreffen, ist so unwahrscheinlich, wie einen Motorradfahrer mit Helm auf den Straßen anzutreffen. Fast null, um genau zu sein. Anfangs bin ich noch brav zu meinen Professoren, die für mich zuständig sind, geradelt. Was keine so gute Idee war, denn der Campus ist riesig. Mein Wohnheim ist ca. vier Kilometer von dem Department entfernt und dies bei 35°C zu radeln, ist nicht so witzig. Ich dachte mir dennoch, das ist die schnellste Art die Leute direkt zu erwischen und festzunageln, denn auf eine Email kann man lange warten. Man trifft die Leute nur selten an, entweder ist Sir out for lunch oder teatime, oder irgendwo anders; aber nicht am Arbeitsplatz.

Also wieder zurück ins Hostel, wo es revolutionärerweise WIFI gibt, natürlich nicht mit unserer Schnelligkeit zu vergleichen, aber es gibt es. Email schnell geschrieben, nur bevor man sie abschicken konnte, war mal wieder der Strom ausgefallen. Das passiert vier bis fünf Mal am Tag.Nun konnte ich die Person immer noch nicht erreichen. Also probiere ich es morgen noch mal. Nach Indian Time ist es auch völlig egal, wann man kommt. Hier tickt sowieso jede Uhr anders.

Wer noch mehr über Indien, die Inder und deren Kultur lernen möchte, schaut doch einfach mal auf meiner Page vorbei.

Dies sind ein paar Bilder aus dem indischen, chaotischen Verkehr in Hyderabad.

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