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Techniker im Porträt: Multimedia-Unternehmer

Firmenchef mit "Durchhalte-Gen"

Michael Honnef ist einer von zwei Firmenchefs der inSynergie GmbH in Rheinbreitbach. Der Weg zur eigenen Multimedia-Firma ist gesäumt von vielen finanziellen Risiken und einigen Selbstzweifeln. Doch das Beispiel von Honnef zeigt: Es lohnt sich, an einer Idee festzuhalten. // Von Jakob Kube

5.2.2013 // Wie er so vor einem sitzt - dunkler Pullover, blaue Jeans - kann man sich kaum vorstellen, dass dieser Mann, zusammen mit seinem Kompagnon, Firmenchef von acht Mitarbeitern ist. Vielleicht ist es sein jugendliches und eher unkonventionelles Erscheinungsbild, das einen nicht vermuten lässt, dass Michael Honnef seit zwölf Jahren Chef einer Multimedia-Firma ist. Doch wenn er von seinem Unternehmen erzählt, wirkt er auf einmal nicht mehr so lässig. Er ist dann vollkommen konzentriert; in seinen Augen kann man die Überzeugung erkennen, mit der er das Konzept seiner Firma erläutert.

Stück für Stück zum Ziel

Mit seinen 37 Jahren hat Honnef bereits viel erreicht. Nach dem Realschulabschluss absolviert er eine Ausbildung zum Industrieelektroniker. Während seiner Fortbildung zum Techniker in Köln erhält erste Einblicke in die Digitaltechnik.

Neben der Ausbildung in Köln jobbt er in einer Firma für Videoüberwachungssysteme: "Da hab ich bereits gemerkt, dass sich viele Schritte in der Programmierung wiederholen." Honnef versteht sofort, "dass sich dadurch das Programmieren enorm erleichtern lässt".

Der nächste logische Schritt ist für Honnef das Studium der technischen Informatik in Gummersbach. "Im Studium habe ich mich intensiv mit der Problemlösung für eine Software befasst, welche Abläufe in einem Programm am besten koordiniert." Im November 2000 gründet er zusammen mit einem Kompagnon, mit dem er bereits die
Ausbildung zum Techniker gemacht hat, die inSynergie GmbH.

"Man weiß gar nicht, wo man zuerst anfangen soll"

Mit seiner Firma realisiert er jetzt Großprojekte wie etwa Multimedia-Installationen für Museen, Messen oder auch Attraktionen in Freizeitparks. Anhand des imposanten Fahrgeschäfts "Talocan" im Phantasialand in Brühl lässt sich Michael Honnefs Konzept für die Multimedia-Steuerung eindrucksvoll erklären. "Bei Talocan gab es einiges zu tun", sagt Honnef und wirkt dabei so erleichtert, als sei er froh, dass seine Firma das Projekt schon abgeschlossen hat. Das "Talocan" ist eine riesige Schaukel, in der die Passagiere in einer
Gondel sitzen, die frei schwingen kann und so intensive Überschlagsmanöver ermöglicht. "Hier mussten wir das Fahrprogramm der Gondel mit dem Einsatz der Spezialeffekte wie etwa Feuer, Wasserfontänen und Nebel synchronisieren. Insgesamt haben wir drei Wochen lang an der Programmierung gearbeitet."

"Manchmal muss man klar sagen, dass man nicht alles machen kann"

Honnefs Arbeitsbereich in der Firma hat sich über die Jahre auch stark verändert. "Früher habe ich noch an der Technik mitgearbeitet. Heute organisiere ich überwiegend die Projekte und bin für den Vertrieb zuständig". Wo er früher den Kunden Vorschläge gemacht habe, wie sie die Probleme mit seiner Software lösen könnten, müsse er heute vor allem den Architekten und Ingenieuren erklären, dass sich nicht alle Konzepte umsetzen lassen.

Aller Anfang ist schwer

Doch die Auftragsbücher waren nicht immer so gut gefüllt wie heute.
Gerade in der Anfangszeit seines jungen Unternehmens "war es erst einmal schwer die Kunden von unserem Konzept zu überzeugen". Michael Honnef wirkt nun nachdenklicher. "Am Anfang fehlen einem jungen Unternehmen noch das Renommee und die Referenzen", sagt er und lehnt sich weit zurück auf seinem Stuhl. Er frage
sich heute noch, ob er damals einfach "zu naiv" gewesen sei, um zu denken, dass das "schon irgendwie klappt".

Jakob Kube

Jakob Kube

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