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Techniker im Porträt: Entwicklungsingenieurin

Ute Teuber motiviert Frauen für Technikberufe

Die Entwicklungsingenieurin Ute Teuber sorgt dafür, dass das Radioteleskop Effelsberg außerirdische Signale empfängt. Den Einstieg zu ihrem Beruf hat sie als einzige Frau unter Männern geschafft und möchte nun mehr Mädchen ermutigen, einen technischen Beruf zu erlernen. // Von Nadine Sameena Ansar

2.6.2013 // An einem sonnigen Nachmittag sitzt Ute Teuber in ihrem Büro im Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. An den Wänden ihres Büros hängen mehrere Bilder des Radioteleskops Effelsberg. Die 58-Jährige ist Entwicklungsingenieurin und befasst sich mit dem Radioteleskop Effelsberg in der Eifel. Ihr Schreibtisch ist voll mit Unterlagen über den Girls‘ Day am 25. April, denn als Gleichberechtigungsbeauftragte organisiert sie diesen Aktionstag im Max-Planck-Institut für Radioastronomie.

Die Arbeit an Europas größtem Radioteleskop

Seit 1980 arbeitet Ute Teuber im Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Ihre Arbeit dreht sich um das Radioteleskop Effelsberg. Ein Radioteleskop wird zur Beobachtung von astronomischen Objekten eingesetzt, die elektromagnetische Wellen im langwelligen Frequenzbereich ausstrahlen. Ute Teuber befasst sich mit der Konstruktion der radioastronomischen Empfänger des Radioteleskops. Der 100-Meter-Hauptreflektor macht das Radioteleskop zum größten beweglichen Radioteleskop in Europa und zum zweitgrößten weltweit. Der Reflektor des Radioteleskops sammelt Radiowellen und fängt diese über die radioastronomischen Empfänger auf. Zudem beschäftigt sich Ute Teuber mit dem Bau von Elektronik und Softwareentwicklung.

"Hier darf ein Ingenieur noch selbst löten"

Ute Teuber beim Löten. Bild: AnsarDie Arbeit als Entwicklungsingenieurin erfordert neben der Rechenarbeit auch viel praktische Arbeit. Gerade die Abwechslungsreiche Arbeit gefällt Ute Teuber: "Hier darf ein Ingenieur noch selbst löten". Der Job am Max-Planck-Institut stellt immer wieder neue Anforderungen, da sich auch die Technik weiterentwickelt und stets neue Erkenntnisse hinzukommen. "Es gehört Leidenschaft, Spaß und Freude dazu, wenn man etwas entwickelt", sagt Teuber.

Ein Tag für Mädchen und Technik

Um für Mädchen das Interesse an ihrer Arbeit zu wecken und Berührungsängste vor der Arbeit mit Technik und Wissenschaft zu nehmen, hat Ute Teuber den Girls‘ Day am Max-Planck-Institut eingeführt. Im Jahr 2013 beteiligt sich das Institut zum dritten Mal am Girls‘ Day, der wie üblich am 25. April stattfindet. Wie in den Jahren davor, wurde das Angebot positiv aufgenommen und innerhalb weniger Tage waren alle 40 Plätze an technikinteressierte Mädchen vergeben. Ute Teuber hat für die Mädchen unter anderem Vorträge und Workshops geplant.

Die einzige Frau aus über 100 Absolventen

Ute Teuber am Girls' Day. Bild: AnsarSchon zu Schulzeiten hatte Teuber Interesse an Mathematik und Physik. So lag es nahe, etwas Technisches zu studieren. Sie begann als eine von zwei Studentinnen des Studiengangs Nachrichtentechnik an der Uni Siegen. Ute Teuber beendete als einzige Frau ihres Jahrgangs das Studium als Diplomingenieurin, neben über 100 männlichen Mitabsolventen. Was in den 70er Jahren eine Besonderheit war, ist heute nicht mehr ungewöhnlich, jedoch sind heutzutage immer noch viel weniger Frauen als Männer in Technikberufen vertreten. Dabei sieht Ute Teuber in Technikberufen für Mädchen und Frauen sehr gute Zukunftschancen und sagt: "Sie müssen einfach die Berührungsängste verlieren und können Jungs durchaus Konkurrenz bieten". Sie wünscht sich, dass Mädchen sich mehr trauen und den Sprung in die Technikwelt wagen.

Weitere Informationen:

Homepage des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn

Nicole Ansar

Nadine Sameena Ansar

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