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Techniker im Porträt: Entwicklungsingenieur

Rolf Brück: Von der Idee bis zur Vermarktung

Geschäftsführer sind langweilig und haben keine Ahnung vom Handwerk ihrer Firma? Dass dies nicht immer zutrifft, zeigt das Beispiel von Rolf Brück. Seit 2010 ist er beim Katalysatorhersteller Emitec Geschäftsführer für Forschung, Entwicklung und Applikation. Trotzdem ist er auch heute noch Ingenieur mit Leib und Seele. // Von Daniel Klas

24.6.2013 // Weißes Hemd und Krawatte, darüber eine rote Werkstattjacke. Das Bild vom typischen Geschäftsführer, der im Anzug im Büro sitzt und sich nur mit den Quartalsergebnissen beschäftigt, trifft auf Rolf Brück ganz und gar nicht zu. Freundlich und gelassen wirkt er, der Hauch von rheinischem Dialekt macht ihn sympathisch.

Das Büro ist übersichtlich: PC, Laptop, zwei Stapel mit Akten. Etwa 30 Prozent der Zeit verbringt Brück in seinem Büro in Lohmar, dem Hauptsitz der Firma Emitec. Sonst ist er auf Reisen. Wenn er morgens um 7 Uhr mit der Arbeit beginnt, steht zunächst E-Mails lesen auf dem Programm. "Dann checke ich erst mal, was in der Nacht so reingekommen ist." 

Zweckmäßiges Büro: Da Rolf Brück den Großteil seiner Zeit unterwegs ist, hat er in seinem Büro nur das Nötigste. // Foto: Daniel Klas

Durch internationale Werke und Kunden in anderen Zeitzonen kommen rund um die Uhr Mails. "Der restliche Tag ist dann meist durchgetaktet mit Terminen." Von der Kundengewinnung, über Konstruktion und Entwicklung, bis zu Produktion und Vermarktung. Jeder Schritt erfordert eine Menge technischen Sachverstand und Kommunikation.

Rolf Brück: Was macht Emitec?

Daniel Klas, 06.06.2013

Breites Fachwissen bietet beste Voraussetzungen

Nach dem Abitur und zwei Jahren Bundeswehr studiert der gebürtige Bergisch Gladbacher allgemeine Verfahrenstechnik an der Fachhochschule in Köln. "Ich habe mich für diesen Studiengang entschieden, weil er sehr vielseitig ist", sagt Brück. Auf diese breite Ausbildung, die Chemie, mechanische Verfahrenstechnik und Elemente des Maschinenbaus beinhaltet, greift er auch heute immer wieder zurück: "Es kommt einem zugute, wenn man von allem etwas versteht."

Im Jahr 1988 fängt Rolf Brück bei Emitec als Entwicklungsingenieur an. Zu dieser Zeit entwickelt er mit seinen Kollegen ein neues Fertigungsverfahren für Nockenwellen, die Emitec damals noch herstellt. Vor 25 Jahren eine große Herausforderung für die Konstruktionsabteilung: "Wir hatten damals einen einzigen PC, Software dafür gab es kaum. Programme für unsere Entwicklungen mussten wir dann selber schreiben."

Das Aufgabenfeld hat sich erweitert

Als Geschäftsführer begleitet Rolf Brück die Produktentstehung von Anfang bis Ende. Dazu zählen die Gespräche mit der Entwicklungs- und Forschungsabteilung Ständig in Kontakt: Auch wenn Brück nicht mehr als Ingenieur tätig ist, ist er immer im Dialog mit den technischen Abteilungen, wie hier bei der Vorbereitung eines Ausstellungsfahrzeuges. // Foto: Daniel Klasebenso, wie Verhandlungen mit Kunden und Zulieferern. Am Anfang stehe dabei die Idee des Kunden. Brück erklärt dies am Beispiel eines Katalysators für einen neuen Motor: "Wir müssen unsere Komponenten dann so entwickeln, dass sie ideal zu den Systemen unserer Kunden passen." Neben der Ingenieursarbeit überblickt Rolf Brück auch die wirtschaftlichen Aspekte und die Vermarktung. "Ein Produkt macht nur dann Sinn, wenn man es auch verkaufen kann", sagt er. "Ohne Profit keine Reinvestition. Ohne Reinvestition kein Fortbestehen der Firma." Dennoch habe er auch die Verantwortung noch zu wissen, was in der Entwicklung vor sich gehe. Er ist in stetigem Kontakt mit den Ingenieuren und kann durch seine Erfahrungen die Prozesse besser beurteilen. "Es ist schön, dass man dadurch in den Themen drinbleibt", sagt Brück.

Patente als Versicherung für Erfolg

Im Rahmen seiner Arbeit als Entwicklungsingenieur meldet Rolf Brück schon vor rund zwanzig Jahren Patente für Emitec an. Unverkennbar: Die in S-Form gelegten Metallwaben sind ein Markenzeichen der Katalysatoren von Emitec. // Foto: Daniel KlasDamit sichere man ein Unternehmen auch für die Zukunft gegen Nachahmer ab. "So kann sichergehen, dass einen nicht irgendwann jemand überholt." Aber auch in seiner Position als Geschäftsführer macht er dies auch heute noch. "Ich habe dafür zwar nicht mehr so viel Zeit wie früher, aber man bleibt eben immer ein Entwicklungsingenieur."

Daniel Klas

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